Auf meinem Weg fiel ich in einen Brunnen so tief, der Himmel dort oben ein Punkt. Glatte, glitschige Mauern, kein Entrinnen, kein Licht, keine Hoffnung. Hallo, hört mich jemand? Wie konnte das passieren, wie konnte ich so tief fallen, in der Dunkelheit sehe ich mich nicht und nichts. Ich trau mich nicht zu schreien, wer weiß, wen oder was ich dann wecke, und so hört mich niemand. Ich zweifle am Weg, wohin geht er, ich vergesse ihn langsam, und wo ich herkam. Vielleicht dahin, vielleicht dorthin, alles ist möglich in meinem Kopf, aber noch sitze ich hier. War das abzusehen, war das absichtlich, sprang ich hinein, weil mein weiterer Weg in tiefer Finsternis liegt? Hinauszuklettern ist vielleicht auch deshalb so schwer, weil ich Angst vor dem Danach habe, aber das ist nur ein fieser Verdacht. Allein Aufgeben, das ist nichts für mich, erstmal raus hier und alles weitere gibt sich dort oben, an der frischen Luft, unter’m blauen Himmel, im grünen Gras. [Halle, 11.12.22]
Schlagwort: Lebensweg
wer wie was
Wieso weshalb warum.
Wie finde ich mich wieder?
Wie weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin?
Ist das nur eine Phase oder sollte ich mir ernsthaft Gedanken machen?
Wer bin ich eigentlich, und was will ich überhaupt?
Das Erreichte ist getan und in der Vergangenheit. Und jetzt?
Will ich so leben oder doch anders? Kommen diese Vorstellungen aus mir oder von außen? Ist das das Leben, das sich die Gesellschaft als „perfekt“ erträumt, oder das ich mir so ausmale? Woher weiß ich, was was ist?
Woher weiß ich, dass meine Geduld lediglich röchelnde, vor sich hin siechende Hoffnung ist? Die Träume, die ich einst hatte, sind sie überhaupt mit der Realität vereinbar? In der man Rechnungen zahlen muss, in der man muss, muss, muss? Was, wenn ich nicht alles so machen will, „weil man eben muss“, sondern was, wenn ich so leben will, dass es mein Herz erfüllt?
Hat jemand eine Antwort?