Du
neben mir
die Erinnerung
der Beweis
meiner Existenz
am Leben zu sein
❤
[Regensburg, 25.07.2026]
Du
neben mir
die Erinnerung
der Beweis
meiner Existenz
am Leben zu sein
❤
[Regensburg, 25.07.2026]
Endlich hat das Warten ein Ende. Mila freut sich für ihn. Für diesen wundersamen Mann, der Stillstand fürchtete und den es hinauszog, wo auch immer das sein mag.
Und sie? Bleibt ruhig, seltsam sicher, ohne Angst. Dabei raubten sie ihr über Nacht den Boden unter den Füßen, sie treibt allein im weiten, schwarzen Ozean. Ohne ihren Felsen, auf dem sie sich so sicher fühlte wie nie, während er ihr von den Monstern erzählte, die im dunklen Wasser lauern. Von der trügerischen Stille flacher Gewässer. Von den größten Wundern, die in der Tiefe warten.
Ein Ausschnitt aus meinem aktuellen Buchprojekt 🙂
Lass mal wieder einfach nur Mensch sein.
Keine Ansammlung von Identitäten und Opferrollen. Mehr schauen, was wir tun, und nicht, was wir sind. Mehr Verantwortung für das eigene Leben übernehmen, statt sich nur über andere zu beschweren. Anpacken, statt zu erwarten, die Welt schulde uns was.
Lass mal wieder mehr nachdenken, eigene Gedanken und Ideen entwickeln, nicht nur Phrasen dreschen und linientreu sein.
Lass mal erkennen: Ich hab ein wenig Recht, du hast ein wenig Recht. Und eigentlich wissen wir nur, dass wir nichts wissen. Lass mal weniger Meinungen haben, mehr Bücher lesen und Zusammenhänge verstehen, weniger vereinfachen und mehr Ambiguität tolerieren.
Lass mal mehr Liebe ins Herz statt Bitterkeit und Hass. Lass mal aus dem anderen weniger Feindbild machen. Weniger in Schubladen, Kategorien, Identitäten denken, weniger in schwarz und weiß, rechts und links, die Bösen und die Guten. Lass mal nicht mehr ganze Gruppen von Menschen dämonisieren, sie zu Nummern, Tieren, Begriffen reduzieren.
Wieder weniger denken, man sei besser als die anderen. Ein „besserer“ Mensch, weil man gewisse Überzeugungen hegt. Benimmst du dich wie ein guter Mensch? Was tust du, um die Welt besser zu machen? Dich über andere erhöhen? Hass und Unwahrheiten verbreiten, weil sie in dein Weltbild passen?
Lass mal wieder mehr für andere freuen, statt sie zu beneiden, lass mal wieder dankbar sein für das, was wir haben.
Lass mal weniger beleidigt sein, nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, jedes Gefühl und sich selbst zu ernst nehmen, die Schuld für die eigene Reaktion nicht immer nur bei anderen suchen. Lass mal weniger auf selektive Empörungswellen reinfallen, die doch nur denjenigen nutzen, die davon Reichweite erzielen.
Lass uns doch wieder richtig zuhören, uns umarmen und trösten, uns anlächeln und verzeihen, uns sehen als die Menschen, die wir sind.
———
(Regensburg, 5.7.2026)

Vor einem Jahr hab ich dieses kleine Büchlein rausgebracht, in dem all meine (und eure) Lieblingstexte aus den Jahren 2019-2023 enthalten sind. Wer mich also gern liest, v.a. meine Gedichte, dem sei es nochmal ans Herz gelegt 🙂
Zu finden ist es beispielsweise hier und überall, wo es Bücher gibt, als Print on Demand oder E-Book.


… malt er mir Bilder einer vergangenen Zeit, als im Herbst noch die Blätter bunt wurden, langsam ein kühlerer Wind durch die Straßen wehte und man das erste Mal seit langem wieder ein Feuer im Kamin anzündete. Als die Wehmut in die Herzen der Menschen einzog, weil sie erneut vom Sommer Abschied nehmen mussten, weil erneut das bunte, strahlende Leben zu Ende ging. Als im Frühling alles blühte und grünte und die Vorfreude auf die wärmere, hellere Zeit in die Welt hinaus zwitscherte.
Jedes Jahr aufs Neue staunten die Menschen über den Wechsel der Jahreszeiten, wenn die Tage wieder länger oder kürzer wurden, sie freuten sich wie kleine Kinder, wenn es zum ersten Mal schneite oder die ersten Blumen aus dem noch kalten, mit Frost bedeckten Boden sprießten.
Jedes Jahr aufs Neue ein Wunder.
Augustin erzählt seine Geschichten mit kindlicher Freude, ohne eine Spur Bitterkeit oder Frust. Ihn fasziniert alles an dieser vergangenen Zeit und je mehr er darüber liest und hört, desto glücklicher macht es ihn.
Wir liegen nebeneinander auf einer Decke im Garten, beobachten die vorbeiziehenden Wolken oder die im Wind tanzenden Äste, und er beschwört Bilder herauf, die vor meinen Augen lebendig werden, die manchmal ihre eigenen Wege gehen und sich bis in meine Träume schleichen.
Die Schwerter gekreuzt,
alles steht
auf Angriff und Abwehr.
Hier macht sich keiner mehr breit,
wir wissen,
wie das endet.
Jedes kleinste Zeichen
Verrat und Betrug,
unerfüllbare Erwartungen,
an der Wirklichkeit vorbei
mit Absicht kreiert.
So wiederholt sich
Geschichte,
bestätigen sich
Erfahrungen.
Ich hatte mal wieder
Recht,
sagt der Kopf,
bedauernd und befriedigt.
Und hält die Hände
schützend über das
weinende, eingesperrte
Herz.
[Essenbach, 3.4.21]
Lang' genug bin ich
durch die Luft geschwommen.
Unsichtbare Schlösser.
Dann fiel ich,
zerschellte,
meine Scherben zerflossen
ins Nichts.
Lang' nicht mehr ging ich
so frei.
(Halle, 12.02.21)