Lass mal wieder einfach nur Mensch sein.
Keine Ansammlung von Identitäten und Opferrollen. Mehr schauen, was wir tun, und nicht, was wir sind. Mehr Verantwortung für das eigene Leben übernehmen statt sich nur über andere zu beschweren. Anpacken statt zu erwarten, die Welt schulde uns was.
Lass mal wieder mehr nachdenken, eigene Gedanken und Ideen entwickeln, nicht nur Phrasen dreschen und linientreu sein.
Lass mal erkennen: Ich hab ein wenig Recht, du hast ein wenig Recht. Und eigentlich wissen wir nur, dass wir nichts wissen. Lass mal weniger Meinungen haben und mehr Bücher lesen, weniger vereinfachen und mehr Ambiguität tolerieren.
Lass mal mehr Liebe ins Herz statt Bitterkeit, Vorurteile, Hass. Lass mal aus dem anderen weniger Feindbild machen. Weniger in Schubladen, Kategorien, Identitäten denken, weniger in schwarz und weiß, rechts und links, die Bösen und die Guten. Lass mal nicht mehr ganze Gruppen von Menschen dämonisieren, sie zu Nummern, Tieren, Begriffen reduzieren.
Wieder weniger denken, man sei besser als die anderen. Ein „besserer“ Mensch, weil man gewisse Überzeugungen hegt. Benimmst du dich wie ein guter Mensch? Was tust du, um die Welt besser zu machen? Dich über andere erhöhen? Hass und Unwahrheiten verbreiten, weil sie in dein Weltbild passen?
Lass mal wieder mehr für andere freuen statt sie zu beneiden, lass mal wieder dankbar sein für das, was wir haben.
Lass mal weniger beleidigt sein, nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, jedes Gefühl und sich selbst zu ernst nehmen, die Schuld für die eigene Reaktion nicht mehr bei anderen suchen.
Lass uns doch wieder richtig zuhören, uns umarmen und trösten, uns anlächeln und verzeihen, uns wirklich sehen als die Menschen, die wir sind.
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(Regensburg, 5.7.2026)