Wenn wir uns im Garten treffen…

… malt er mir Bilder einer vergangenen Zeit, als im Herbst noch die Blätter bunt wurden, langsam ein kühlerer Wind durch die Straßen wehte und man das erste Mal seit langem wieder ein Feuer im Kamin anzündete. Als die Wehmut in die Herzen der Menschen einzog, weil sie erneut vom Sommer Abschied nehmen mussten, weil erneut das bunte, strahlende Leben zu Ende ging. Als im Frühling alles blühte und grünte und die Vorfreude auf die wärmere, hellere Zeit in die Welt hinaus zwitscherte.

Jedes Jahr aufs Neue staunten die Menschen über den Wechsel der Jahreszeiten, wenn die Tage wieder länger oder kürzer wurden, sie freuten sich wie kleine Kinder, wenn es zum ersten Mal schneite oder die ersten Blumen aus dem noch kalten, mit Frost bedeckten Boden sprießten.

Jedes Jahr aufs Neue ein Wunder.

Augustin erzählt seine Geschichten mit kindlicher Freude, ohne eine Spur Bitterkeit oder Frust. Ihn fasziniert alles an dieser vergangenen Zeit und je mehr er darüber liest und hört, desto glücklicher macht es ihn.

Wir liegen nebeneinander auf einer Decke im Garten, beobachten die vorbeiziehenden Wolken oder die im Wind tanzenden Äste, und er beschwört Bilder herauf, die vor meinen Augen lebendig werden, die manchmal ihre eigenen Wege gehen und sich bis in meine Träume schleichen.

Die Wochen verfliegen

…und ich weiß nicht, wohin.

Zieht die Zeit in den Süden wie die Vögel, von denen mir Augustin erzählt hat?

Wieder ist ein Jahr vorbei, wir versammeln uns, brechen gemeinsam auf. Derselbe Ablauf, derselbe Rhythmus, und dazwischen Leben und Tod.



[Regensburg, 11.10.25]

Der Anfang des wahrscheinlich letzten Kapitels meines neuen Buchs (Stand jetzt = Schreibphase und noch vor der ersten Überarbeitung) 🙂

„Ein ungewöhnliches und einzigartiges Buch“

Bisheriges Feedback:

Die Unterirdischen Seen:

Finde dein Buch wirklich gut… Bin ja nicht sooo die Leseratte, aber ich finde, du hast nen guten flow… Finde auch gut, wie du die Gesellschaftlichen Themen mit rein-bringst… Wird reinbringst zusammen geschrieben oder eher rein bringst ach naja… Drücker 😘 (L. H.)

Hat mich schwer beeindruckt, so viele Ebenen, so viel Bedeutung u Philosophie in so wenigen Worten, hoffe dass es viele Menschen lesen (S. G.)

Wasser, Nebel, Wiederkehr, Verwirrung. Heimat oder nicht? Emotionen auf Knopfdruck. Ein mulmiges, angstlüsternes Gefühl ergreift mich und doch ist es die Neugier, die mich nicht aufhören lässt. Absolute Leseempfehlung! Ein Buch von Lenka Kerler zum fließenden Ein- oder Abtauchen in Welten, die man zuvor nie betreten hat. (E.K.)

Ein ungewöhnliches und einzigartiges Buch. (Dr. N.R.)

Und I sags da / I war so aufgeregt und hab so Angst ghabt / Und hab dann dei Buch gelesen und des is echt so spannend dass ma dann nima an was anderes denkt 😍 (A. G.)

Ich habe das Buch bekommen – und musste es nahezu in einem Rutsch lesen, weil es mich in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte hat mich verwirrt und nachdenklich zurückgelassen … aber ich wurde ja vorgewarnt, dass es kein happy end geben wird 🙂 Tiefgründig, faszinierend – vielen Dank für deine Geschichte! (Y. P.)

heyy, ich hab gerade dein buch beendet. und ich schreib des jetz ned weil du meine freundin bist, sondern weil ich dir einfach gern sagen würd dass ichs super fand und dass ich ganz schön begeistert bin dass du einfach ein buch geschrieben hast 🤩

also zeitweise konnt ichs gar ned aus der hand legen, weil ichs so spannend fand.

viele fragen natürlich in meinem kopf, mein hirn will immer wissen was vlt wirklichkeit is, welche personen es vlt wirklich gibt, und was/wen ned, aber die fragezeichen sollen ruhig bleiben 🙂 

außerdem hab ich dich ganz oft „sprechen“ hören, weils einfach dein sprachgebrauch is, des war iwie witzig. 

also alles in allem find ichs sehr gelungen, gut ich bin jetz ned sooo die buchexpertin aber mir hats einfach gefallen. bissl mystisch, bisschen duster und ich würd auch gern mal in ein fühlhaus gehen! 🤍 (V.P.)

Ich finde das Buch spannend. Streckenweise war ich sehr versunken, es ist gut geschrieben. Manchmal hat mich nur irritiert, dass es mit Dialekt geschrieben ist. Das ist ungewöhnlich. 

Ich war zeitweise auch verwirrt beim Lesen, habe die ganze Zeit versucht, die Parallelen zu dir zu finden und bin mir immer noch nicht sicher, welche Stadt und welche Menschen gemeint sind, aber bin sehr sicher, dass sie Vorbilder haben. Die ganze Zeit hatte ich auch ein mulmiges Gefühl – all der Nebel…

Und das Ende, tja, rätselhaft, sehr zwischen Dystopie und Utopie, ein bisschen viel fand ich manchmal. Ungewohnter Mix aus Roman und aufgeschriebenen Gedanken, aber irgendwie auch (zu dir) passend. 

Ich mochte die Gedichte zwischendrin. 

Ich will in einem Buch immer wissen, was wahr und was erfunden ist und das fällt mir hier schwer, vielleicht auch, weil ich dich kenne, oder gerade nicht? So genau weiß ich das nicht. Es klingt auf jeden Fall sehr nach dir!

Und ich mag Frau Zora und ihr Kaminzimmer! 🙂 (E. H.)

Das muss dieses Leben sein:

Bei dem Gedicht hab ich so geweint! (N.N.)

Wem meine Texte gefallen, der ist herzlich dazu eingeladen, mich auch mit meinen Büchern zu unterstützen:

Dieses Jahr habe ich meinen ersten Roman Die Unterirdischen Seen“ veröffentlicht sowie eine kleine Gedichtsammlung mit meinen Lieblingsgedichten aus den Jahren 2019 bis 2023 („Das muss dieses Leben sein“).

Die Bücher gibts überall, wo’s Bücher gibt, als Print on Demand oder E-Book.

Jede Bestellung und auch jedes Feedback/ jede Online-Bewertung hilft 🙂

Danke schon mal ❤

Wo gehen Amseln zum Sterben hin?

Fallen sie einfach vom Baum? Stürzen sie sich in einen Fluss? Landen sie in der Regenrinne und die nächste Sturzflut trägt sie für immer davon?

Unser Schorschi, der so oft für uns gesungen hat, den wir immer erkannten, selbst wenn er auf dem Dach des Nachbarhauses saß, ist nicht mehr da.

Vielleicht macht er Urlaub, hoffen wir, vielleicht hat er mal die Umgebung gewechselt.

Aber er kommt schon seit Wochen nicht mehr angeflogen, er bettelt nicht mehr um Weinberli (Rosinen), er trällert uns keine seiner Arien mehr.

Ist er mit seiner Familie umgezogen? Hat er das Dorf gewechselt, weil er sich von seiner Frau getrennt hat? Singt er nicht mehr, weil er krank ist oder Stimmbandprobleme hat?

Manchmal war er so frech und ist ins Haus hineingehüpft, einmal bis ins Wohnzimmer und dann wieder auf die Spüle in der Küche, wo er uns ein kleines Geschenk daließ.
Er kam angeflogen, wenn er durch die großen Glasfenster sah, dass einer von uns Zweibeinern die Küche betrat, oder wenn wir mit dem Fahrrad oder Auto nachhause kamen. Ich hab ihn immer auch durchs Telefon erkannt, wenn meine Mama auf der Terrasse oder am Esstisch saß. Sein Melodie war ohnegleichen.

Der Schorschi war nicht nur dadurch von den anderen Amseln unterscheidbar, er sah auch sehr zerrupft aus, und am Bauch wurde er immer kahler. Vielleicht war er doch krank, hat aber bis zuletzt alles gegeben, um die Nachbarschaft zu unterhalten.

Als meine Eltern dann zwei Wochen im Urlaub waren, kam er danach nicht wieder. Ein, zwei Mal noch ließ er sich von Weitem blicken, bis es eines Tages ganz still war und niemand mehr vom Hausdach gegenüber trällerte.

Ich hoffe einfach, er ist ebenfalls in den Urlaub geflogen, ganz lang, den Sommer über. Ich hoffe, er hat eine wunderschöne Zeit.

(Regensburg, 31.7.25)

Wem meine kurzen Texte gefallen, der ist herzlich dazu eingeladen, mich auch mit meinen langen Texten zu unterstützen:

Dieses Jahr habe ich meinen ersten Roman Die Unterirdischen Seen“ veröffentlicht sowie eine kleine Gedichtsammlung mit meinen Lieblingsgedichten aus den Jahren 2019 bis 2023 („Das muss dieses Leben sein“).

Die Bücher gibts überall, wo’s Bücher gibt, als Print on Demand oder E-Book.

Jede Bestellung und auch jedes Feedback/ jede Online-Bewertung hilft 🙂

Danke schon mal ❤

Mein erster Roman „Die Unterirdischen Seen“

Eine junge Frau, die verloren war und jetzt das sucht, wonach sie sich in den Tiefen ihres Herzens sehnt, eine Stadt, über die der Nebel herrscht, ein Geheimnis, das jeden verändert.

Was hat es mit dem Verschwundenen Wasser, mit den Unterirdischen Seen, mit den Tribunen auf sich? Warum kennt niemand den Weg und was ist bloß mit den Einwohnern dieser seltsamen Stadt los? Was geschieht mit denjenigen, die den Weg zu den Unterirdischen Seen allen Hindernissen zum Trotz finden? Wie etwas erzählen, wie sich erinnern, wenn alle schweigen? Und wo bleibt der Hoffnungsschimmer? 

Mein Debütroman verspricht: 

  • Sogwirkung
  • Starke Frauenfiguren 
  • Einen sprechenden, rauchenden Braunbären, der Begründer einer Widerstandsbewegung ist
  • Dramatische, allwissende Omas
  • Einen alten weißen Mann (aber nur einen!) 
  • Spannung, Tiefgründigkeit, Überraschungen, Philosophisch-Poetisches, Surreales, Dystopie, Utopie, Märchenhaftes

Was habt ihr noch entdeckt?

——————

Freue mich über jede Unterstützung und jedes Feedback 🙂

Jetzt als Print on Demand überall, wo es Bücher gibt.

z.B. hier: https://buchshop.bod.de/die-unterirdischen-seen-lenka-kerler-9783769350951

oder hier:

https://www.hugendubel.de/de/buch_kartoniert/lenka_kerler-die_unterirdischen_seen-50569721-produkt-details.html

☀️❤️

Ideen finden mich

Eine Idee erscheint.

Wer ist sie, wie sieht sie aus? Darf ich mich ihr nähern oder verschwindet sie, sobald ich zu interessiert bin?

Vorsichtig trete ich an sie heran und – mein Glück, sie zeigt mir neue Seiten von ihr.

Wird sie bleiben, darf ich über sie schreiben? Wird sie es zulassen, dass ich sie entdecke, sie untersuche, beschreibe?

Manche Ideen wollen nur kurz gesehen werden, dann reisen sie weiter, ich soll nur einen Einblick bekommen in das, was möglich ist, in das, was dort draußen im Strom herumschwimmt, doch ich bin nicht der Mensch, der sie zur Welt bringt.

Und manche Ideen sind nur für mich da, sie umtänzeln mich so lange, bis ich bereit bin, in sie einzutreten.

Wieder andere lassen mich zwar an ihnen schnuppern, doch greifen kann ich sie nie, sie rutschen mir aus den Fingern, wandeln ihre Gestalt. Dann sind sie noch nicht reif, müssen noch ein paar Jahre oder Leben warten, bis sie geboren werden, aber das ist schon in Ordnung so.

Gute Ideen wollen Weile haben, heißt es nicht so? Und wer wäre ich, dies anzuzweifeln?

Wenn ich in eine Idee eintrete, sehe ich zunächst noch unscharf. Wer ist diese Person, von der ich schreiben soll? Ich versuche, mich ihr anzunähern, langsam, vorsichtig, um sie nicht zu verscheuchen. Jede Figur ist anders. Manche sind forsch und stellen sich mir selbstbewusst in all ihren Eigenschaften vor, sie sehe ich von vornherein bis ins Detail. Andere sind schüchtern, wollen unerkannt bleiben, wollen mich erst kennenlernen, bevor sie etwas von sich preisgeben. Manche bleiben bis zum Ende anonym, obwohl sie eine wichtige Rolle spielen, aber es ist ihnen lieber so. Wer weiß, was mit ihnen geschähe, wenn ich sie offenbarte, doch es kann nichts Gutes sein. Und so manche dann nimmt mich mit, tiefer hinein in den Kern der Idee. Ich folge ihr, gespannt, wem wir begegnen, was wir sehen und erleben dürfen.

Ich habe davon immer nur gelesen: Dass Schriftstellerinnen ihren Figuren folgen, dass sie nicht wissen, wie die Geschichte ausgeht, sie sind nur die Chronistinnen. Letztes Jahr durfte ich das selbst erleben, und noch immer weiß ich nicht genau, was ich da eigentlich geschrieben habe, manches Mal war ich wie im Rausch, habe hier angefangen und bin dort drüben gelandet.

[Regensburg, 21.1.25]

——————

Wer wissen will, wohin mich meine letzte große Idee geführt hat: Das Buch „Die Unterirdischen Seen“ gibts jetzt unter meinem Pseudonym „Lenka Kerler“ als Print on Demand. 🙂

Warum eine Welt erfinden

Ich stelle mir vor, jeder Mensch hat im Laufe seiner Seele ein Leben, in der er vollkommen glücklich ist und alles perfekt läuft. Ein einziges unbeschwertes, voller Lachen und Freude, mit vielen guten Freunden, einer liebevollen Familie und der einen großen Liebe. Ein Leben bester Gesundheit, mit genug Geld und keinen echten Sorgen. 

Manchmal beobachte ich Menschen und denke, sie leben gerade genau dieses eine glückliche Leben. Ich freue mich für sie, denn ich weiß, ich hatte ein solches schon, und wenn nicht, dann kommt es noch. Und wie schön ist die Vorstellung, dass manche Menschen gerade ihr volles Glück leben?

Bin ich neidisch? Erstaunlicherweise nicht. Im Gegenteil, voller Vertrauen bin ich, dass mein Leben genau so sein soll, wie es ist, und Gedanken wie „Was hätte sein können?“ sind fatal und machen zutiefst unglücklich.

Es ist schon in Ordnung so.

Vielleicht lebt ja ein anderes Ich in einer Dimension links von mir gerade ihr bestes Leben? Vielleicht läuft sie gerade am Strand entlang, in ihrer Hand Frau und Kind und keinerlei Sorgen im Hinterkopf? Vielleicht ist das in der Dimension links von mir die bessere Welt, in der niemand verhungern oder verdursten, auf der Strasse leben oder in Kriegen sterben muss? 

Doch säße ich hier und erfände eine andere Welt, wenn ich in der meinen glücklich wäre? Wenn ich dort drinnen lebte und nicht hier draußen, in der Rolle der Beobachterin? Wie große Einsichten haben, wenn man nicht von außen hineinsieht, wie Zusammenhänge erkennen, wenn man mittendrin steckt? Oder wie es Erich Kästner formuliert hat: Der Fotograf ist nie mit auf dem Bild. 

Freilich, diese Theorien überdecken nur den Schmerz, sie helfen mir, meine Situation anzunehmen, da bin ich ganz ehrlich. Aber tun wir das nicht immer? Uns unsere Situation erklären, bis uns unser Herz endlich glaubt, und dann machen wir einfach weiter? Bestimmt. Wir Meister der Anpassung.

Ich für mich habe da zudem dieses Vertrauen in mir, und wenn ich still bin, kann ich es klopfen hören: 

Hey, ich bin immer noch da, solange es dich gibt, und das ist das Wichtigste. Dass es dich gibt. Alles andere sind nur Erzählungen, was ist schon „normal“, lass dir da nix einreden. Du bist du und das ist gut so, und jetzt mach das Beste draus mit dem, was dir gegeben wurde, und keine Sorge: Dein Leben ist nur ein klitzekleiner Ausschnitt eines viel größeren Bildes. 

[Regensburg, 11.12.24]

Schwerter und Mauern

Die Schwerter gekreuzt,
alles steht
auf Angriff und Abwehr.
Hier macht sich keiner mehr breit,
wir wissen,
wie das endet.

Jedes kleinste Zeichen
Verrat und Betrug,
unerfüllbare Erwartungen,
an der Wirklichkeit vorbei
mit Absicht kreiert.

So wiederholt sich
Geschichte,
bestätigen sich
Erfahrungen.

Ich hatte mal wieder
Recht,
sagt der Kopf,
bedauernd und befriedigt.

Und hält die Hände
schützend über das
weinende, eingesperrte
Herz.

[Essenbach, 3.4.21]