„Ein ungewöhnliches und einzigartiges Buch“

Bisheriges Feedback:

Die Unterirdischen Seen:

Finde dein Buch wirklich gut… Bin ja nicht sooo die Leseratte, aber ich finde, du hast nen guten flow… Finde auch gut, wie du die Gesellschaftlichen Themen mit rein-bringst… Wird reinbringst zusammen geschrieben oder eher rein bringst ach naja… Drücker 😘 (L. H.)

Hat mich schwer beeindruckt, so viele Ebenen, so viel Bedeutung u Philosophie in so wenigen Worten, hoffe dass es viele Menschen lesen (S. G.)

Wasser, Nebel, Wiederkehr, Verwirrung. Heimat oder nicht? Emotionen auf Knopfdruck. Ein mulmiges, angstlüsternes Gefühl ergreift mich und doch ist es die Neugier, die mich nicht aufhören lässt. Absolute Leseempfehlung! Ein Buch von Lenka Kerler zum fließenden Ein- oder Abtauchen in Welten, die man zuvor nie betreten hat. (E.K.)

Ein ungewöhnliches und einzigartiges Buch. (Dr. N.R.)

Und I sags da / I war so aufgeregt und hab so Angst ghabt / Und hab dann dei Buch gelesen und des is echt so spannend dass ma dann nima an was anderes denkt 😍 (A. G.)

Ich habe das Buch bekommen – und musste es nahezu in einem Rutsch lesen, weil es mich in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte hat mich verwirrt und nachdenklich zurückgelassen … aber ich wurde ja vorgewarnt, dass es kein happy end geben wird 🙂 Tiefgründig, faszinierend – vielen Dank für deine Geschichte! (Y. P.)

heyy, ich hab gerade dein buch beendet. und ich schreib des jetz ned weil du meine freundin bist, sondern weil ich dir einfach gern sagen würd dass ichs super fand und dass ich ganz schön begeistert bin dass du einfach ein buch geschrieben hast 🤩

also zeitweise konnt ichs gar ned aus der hand legen, weil ichs so spannend fand.

viele fragen natürlich in meinem kopf, mein hirn will immer wissen was vlt wirklichkeit is, welche personen es vlt wirklich gibt, und was/wen ned, aber die fragezeichen sollen ruhig bleiben 🙂 

außerdem hab ich dich ganz oft „sprechen“ hören, weils einfach dein sprachgebrauch is, des war iwie witzig. 

also alles in allem find ichs sehr gelungen, gut ich bin jetz ned sooo die buchexpertin aber mir hats einfach gefallen. bissl mystisch, bisschen duster und ich würd auch gern mal in ein fühlhaus gehen! 🤍 (V.P.)

Ich finde das Buch spannend. Streckenweise war ich sehr versunken, es ist gut geschrieben. Manchmal hat mich nur irritiert, dass es mit Dialekt geschrieben ist. Das ist ungewöhnlich. 

Ich war zeitweise auch verwirrt beim Lesen, habe die ganze Zeit versucht, die Parallelen zu dir zu finden und bin mir immer noch nicht sicher, welche Stadt und welche Menschen gemeint sind, aber bin sehr sicher, dass sie Vorbilder haben. Die ganze Zeit hatte ich auch ein mulmiges Gefühl – all der Nebel…

Und das Ende, tja, rätselhaft, sehr zwischen Dystopie und Utopie, ein bisschen viel fand ich manchmal. Ungewohnter Mix aus Roman und aufgeschriebenen Gedanken, aber irgendwie auch (zu dir) passend. 

Ich mochte die Gedichte zwischendrin. 

Ich will in einem Buch immer wissen, was wahr und was erfunden ist und das fällt mir hier schwer, vielleicht auch, weil ich dich kenne, oder gerade nicht? So genau weiß ich das nicht. Es klingt auf jeden Fall sehr nach dir!

Und ich mag Frau Zora und ihr Kaminzimmer! 🙂 (E. H.)

Das muss dieses Leben sein:

Bei dem Gedicht hab ich so geweint! (N.N.)

Wem meine Texte gefallen, der ist herzlich dazu eingeladen, mich auch mit meinen Büchern zu unterstützen:

Dieses Jahr habe ich meinen ersten Roman Die Unterirdischen Seen“ veröffentlicht sowie eine kleine Gedichtsammlung mit meinen Lieblingsgedichten aus den Jahren 2019 bis 2023 („Das muss dieses Leben sein“).

Die Bücher gibts überall, wo’s Bücher gibt, als Print on Demand oder E-Book.

Jede Bestellung und auch jedes Feedback/ jede Online-Bewertung hilft 🙂

Danke schon mal ❤

Wechsel des Selfpublishing-Distributors

Falls ihr in den nächsten Tagen mein Buch bestellen wollt und es nicht mehr lieferbar ist, bitte nicht wundern: Ich habe den Online-Anbieter gewechselt, weil ich mit dem bisherigen nicht zufrieden war und die Leistungen von Books on Demand besser sind.

Doppelt und dreifacher Aufwand, aber ich denke, es lohnt sich. Kommt davon, wenn man immer erstmal macht, bevor man sich richtig informiert, aber mei, so bin ich hald.

Ab 5.5.25 gibts das Buch dann wieder auf allen Plattformen zu kaufen, ich freu mich auch dann auf Eure Unterstützung und Euer Feedback 🙂

Update: https://buchshop.bod.de/die-unterirdischen-seen-lenka-kerler-9783769350951 (und überall sonst 🙂 )

„Die Unterirdischen Seen“ – ein ganz besonderes Buch

Für mich ist dieses Buch aus vielen Gründen besonders. Und warum eigentlich mein Pseudonym „Lenka Kerler“?

Die Idee zu den „Unterirdischen Seen“ ist in mir herangereift, seit ich 2014 im dunklen Winter durch die Straßen von Łódź gestreift bin, mit gebrochenem Herz, Musik im Ohr und Murakamis Bildern vor Augen. Damals schnappte ich in einem meiner Uni-Seminare die Geschichte eines unterirdischen Flusses auf, den es tatsächlich in dieser Stadt gab und gibt. Meine Fantasie malte aus dieser wenig mysteriösen Anekdote bunte Bilder, und die Lektüre Murakamis inspirierte mich, ebenso eine Geschichte zu schreiben, die so düster und magisch war, wie ich mich fühlte.

Immer wieder habe ich in den letzten Jahren den Versuch gestartet, in die Geschichte hineinzufinden, mein ganz eigenes Märchen endlich aufzuschreiben. In losen Fetzen kamen Bilder dabei heraus, die ich zum Teil auch eingebaut, von denen ich die meisten allerdings weggeschmissen habe. Wenn ich merke, dass ich zu viel über mich schreibe, zu sehr aus meinem Ego heraus, dann langweilt mich das. Und was mich langweilt, wird rigoros gelöscht.

Es waren auch erstmal andere Dinge wichtiger: Meine Praktika, wieder mal Liebeskummer, mein Umzug in eine neue Stadt, neue Freund:innen, meine Masterarbeit, meine Doktorarbeit, etwaige Fragen und Sorgen über meine Zukunft.

Und dann kam diese Krankheit, zunächst Long COVID und dann ME/CFS, und plötzlich waren alle Pläne und Vorstellungen stillgelegt. Was tun, wenn man all dessen beraubt wird, wovon man meinte, es mache einen aus? Zwei Jahre habe ich gebraucht, um mich einigermaßen mit der Vorstellung anzufreunden, sie zumindest zu akzeptieren, dass dieser Zustand erstmal dauerhaft ist, und ich aus dem, was ist, das Beste machen muss.

Und letztes Jahr, als ich eine Zeit lang bei meinen Eltern wohnte, bis ich in meine neue Wohnung in Regensburg ziehen kann, habe ich einfach angefangen. Mich hingesetzt und losgeschrieben, ins Blaue hinein. Nicht mehr lange gedacht, wie ich was am besten ausdrücke, sondern einfach losgeschrieben. Und das ist tatsächlich auch das „Geheimnis“: hinsetzen und machen. Nicht zu lange drüber nachdenken.

Das war auch das Einzige, was ich in meiner Situation machen konnte: Liegen (musste ich sowieso die meiste Zeit des Tages) und da mal zehn Minuten schreiben, dann wieder eine Viertelstunde. Zwar war das jedes Mal eine Kraftanstrengung, und geistige Konzentration ermüdet mich am meisten. Nach zehn Minuten schreiben muss ich manchmal eine Stunde schlafen oder zumindest in dunklem, stillem Raum mit Augen zu liegen, ohne Reize von außen. Aber es war das Befriedigendste, Erfüllendste, was ich seit langem gemacht habe, und es war so spannend zu sehen, wie das, wovon ich so oft gelesen habe, nämlich dass man einfach seinen Figuren folgt, ohne zu wissen, was am Ende dabei herauskommt, Wirklichkeit wurde.

Ich wusste nicht, wie die Geschichte ausgeht, ich hatte nur eine grobe Vorstellung, wem meine Protagonistin alles begegnen würde. Und ich fand auch die Frage unglaublich spannend, wer da eigentlich erzählte. Wer ist die Erzählerin? Und wie erzähle ich etwas, von dem niemand mehr erzählen kann? Diese Fragen tauchen auch im Buch auf, ganz explizit, und sie mögen bisweilen den Erzählfluss stören, aber das ist schon gewollt so. Dieses Durchbrechen des Augenscheinlichen, des Erwarteten, das ist, was mich an Geschichten reizt. Diese Frage: Was ist Wirklichkeit, was ist Traum? Was ist damals geschehen? Die Lücken, die man mit der eigenen Fantasie füllen muss, finde ich besonders wichtig, denn nichts langweilt mich mehr, als alles erzählt zu bekommen.

Diese Fragen schließen übrigens an meine Doktorarbeit an, auch dort habe ich, allerdings an den Texten anderer, untersucht, wie das Unerzählbare erzählt werden kann (im Kontext der Shoah, des Kriegs und allgemein Traumata). Wer erzählt, wenn man selbst nicht dabei war, und wenn sich niemand erinnern will oder kann? In „Die Unterirdischen Seen“ bin ich dem in der Praxis nachgegangen.

Und warum also „Lenka Kerler“?

Einfach aus dem Grund, weil ich einen Namen gesucht habe, der sich einfacher aussprechen lässt als „Schraml“, auch international. Ja, ich denke groß, aber Träumen darf man ja wohl noch 🙂 Ob sich das dann durchsetzt, werden wir sehen, meistens mach ich ja einfach und denk nicht allzu viel drüber nach.

„Kerler“ ist der Nachname meiner Großeltern mütterlicherseits, die mir sehr nahestanden und bei denen ich auch einen großen Teil meiner Kindheit verbracht habe. Als ich zu Bachelor-Zeiten noch in Regensburg gewohnt habe, gab es immer einen Oma-und-Opa-Tag, an dem ich zum Mittagessen zu ihnen gefahren bin, dann haben Opa und ich abgespült und abgetrocknet und wir alle haben Mittagsschlaf gemacht. Manchmal bin ich bis abends geblieben, das waren die schönsten Tage.

Jetzt wohne ich nicht weit von ihrem ehemaligen Zuhause entfernt, gehe fast jeden Tag dort vorbei und kann nicht mehr klingeln. Manchmal tut das weh, aber oft denk ich einfach zurück an diese schönen Tage und dann wird mir warm ums Herz. Ja, und da die Kerlers immer eine Arbeiterfamilie waren, von den Nazis nie viel hielten und auch allgemein eine lustige Sippe sind/waren, ist mir der Name sehr sympathisch.

So, und wers bis hierhin geschafft hat:

„Die Unterirdischen Seen“ sind jetzt als print on demand bestellbar!

Also loslos, unterstützt eine junge Schriftstellerin mit Träumen 😉 Wer kann schon behaupten, eine echte Schriftstellerin zu kennen, sie von Anfang an unterstützt und ihr erstes Buch gekauft zu haben, das sie damals noch im Selfpublishing veröffentlicht hat!

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Mein erster Roman „Die Unterirdischen Seen“

Eine junge Frau, die verloren war und jetzt das sucht, wonach sie sich in den Tiefen ihres Herzens sehnt, eine Stadt, über die der Nebel herrscht, ein Geheimnis, das jeden verändert.

Was hat es mit dem Verschwundenen Wasser, mit den Unterirdischen Seen, mit den Tribunen auf sich? Warum kennt niemand den Weg und was ist bloß mit den Einwohnern dieser seltsamen Stadt los? Was geschieht mit denjenigen, die den Weg zu den Unterirdischen Seen allen Hindernissen zum Trotz finden? Wie etwas erzählen, wie sich erinnern, wenn alle schweigen? Und wo bleibt der Hoffnungsschimmer? 

Mein Debütroman verspricht: 

  • Sogwirkung
  • Starke Frauenfiguren 
  • Einen sprechenden, rauchenden Braunbären, der Begründer einer Widerstandsbewegung ist
  • Dramatische, allwissende Omas
  • Einen alten weißen Mann (aber nur einen!) 
  • Spannung, Tiefgründigkeit, Überraschungen, Philosophisch-Poetisches, Surreales, Dystopie, Utopie, Märchenhaftes

Was habt ihr noch entdeckt?

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Freue mich über jede Unterstützung und jedes Feedback 🙂

Jetzt als Print on Demand überall, wo es Bücher gibt.

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☀️❤️

Frau Zora und die größte Schatzsuche der Welt

Die Frau, deren Namen ich noch immer nicht weiß, ist an die fünfzig Jahre alt. Ihre großen, grünen Augen liegen in einem fein geschnittenen Gesicht mit tiefen Lachfalten. Ihre langen, grauen Haare sind zu einem Zopf geflochten, sie trägt weite grüne Hosen und ein grünes Hemd mit weiten Ärmeln. An den Händen trägt sie mehrere Ringe, einige mit grünen Steinen, und an ihren Ohren baumeln kunstvolle Ohrringe.

Toller Stil, ich liebe die Frau jetzt schon, denke ich, und blicke etwas beschämt auf mein eigenes, wenig originelles Outfit. Ich habe nur eine meiner älteren Jeans und einen weiten Pulli an, gemütlich muss die Kleidung sein, gerade, wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin. Der Frau scheint das nichts auszumachen, wieso auch, sie blickt mich begeistert an.

„Alles gut, Liebes? Fühl dich ruhig wie zuhause, ich bin froh, endlich mal Besuch zu haben, ehrlich. Ach du meeine Güte, ich hab mich ja noch gar nicht vorgestellt, nicht wahr? Ojejku! Also, du kannst mich, wie der Rest der Stadt, die ‚Grüne Frau‘ nennen, ist natürlich kein Name, mit dem man jemanden ansprechen mag. Ich erinnere mich, meine Mutter nannte mich einst Zora, auch ein schöner Name, findest du nicht? Bedeutet ‚Morgendämmerung‘, weil sie wohl die Hoffnung hatte, mit mir würde sich einiges ändern, hihi. Eine solche Bürde Kindern aufzulasten, also nein.“

„Frau Zora, ich freue mich. Ich bin die L.“

„Jaaa, entschuldige, dass ich dich auch gleich duze, aber ich habe das Gefühl, wir kennen uns eeewig. Meine Mutter hat mir von dir erzählt, du kennst meine Mutter?“

Ich schiebe meine Unterlippe nach vorne und schüttle den Kopf. „Nicht, dass ich wüsste.“

„Doch, doch, du hast sie gestern kennengelernt. Im Café! Mit ihren Freundinnen. Sie sind wohl etwas schnell hinausgestürmt, ganz typisch für die, so ein dramatischer Auftritt. Aber meine Mutter hatte das Gefühl, sie habe schon zu viel erzählt, und das ist wirklich gar nicht gut für ihren Ruf. Deshalb hat sie mir das überlassen, den Rest zu erzählen, gut, was? Weißt du, sie spielt eben eine wichtige Rolle in dieser Stadt, sie tut so, als wüsste sie nichts und als wäre sie auch an nichts interessiert, außer Gerüchte über Bekannte zu streuen. Aber: Sie ist eine der wenigen, die hier alles über jeden weiß. Die große Geheimnishüterin oder besser: Geschichtenhüterin, ein lebendiges Buch. Mit ihrem Kreis an Vertrauten saugen sie in Cafés und anderen öffentlichen Orten alles in sich auf, sie sind die guten Zuhörerinnen, bei denen viele denken, ach, die vergessen das sowieso gleich wieder, diese alten Frauen. Tja, wenn man uns Frauen schon unterschätzt, dann sollten wir das auch ausnutzen, nicht wahr? Hihi. Aber genug von meiner Mutter. Ich erzähle dir heute, wie gesagt, ein wenig von den Unterirdischen Seen und dann auch von mir. Warum ich mich verstecken muss. Und warum das auch etwas mit dir zu tun hat. Trink bitte den Tee, der befreit dich vom Nebel, glaub mir. Danach fühlst du dich wie neugeboren.“

Die Grüne Frau löst ihren Schneidersitz auf und streckt die Beine auf dem Sofa aus. Den Bleistift in ihrer Hand steckt sie wie eine Zigarette in den Mund und zieht ein paar Mal daran.

„Mhmm, wo soll ich anfangen, lass mich überlegen. Vom Verschwinden des Wassers haben sie dir erzählt, ja?“

Ich nicke.

„Und von der Großen Schatzsuche?“

Von den vielen Geschichten um das Verschwinden des Wassers hielt sich eine hartnäckig: Der Fluss war darin in das unterirdische Höhlensystem der Stadt abgetaucht, das Wasser hatte sich wie ein Maulwurf mit seinen kräftigen Händen den Weg hinunter freigeschaufelt. Es befand sich nun unter anderem in einer der größten Höhlen, und – das war der wichtigste Teil der Geschichte – umgab einen riesigen Schatz. Manchen Einwohnern nach war es der größte Schatz der Welt, mit so hohen Bergen an Gold und Diamanten, wie sie noch keiner jemals gesehen hatte.

Gold und Silber, schön und gut, doch die Besonderheit dieses Schatzes, so munkelte man, liege in dem gewissen Etwas, das sich für jeden, der ihn fand, unterschied. Das, was sich ein Mensch in der unergründlichen Tiefe seines Herzens wünschte, sollte durch den Schatz in Erfüllung gehen.

Diese Geschichte war laut, und je lauter eine Geschichte war, desto mehr Menschen hörten sie. Wer träumte nicht von unermesslichem Reichtum, von einem Ende der Geldsorgen, der alltäglichen Nöte? Und welcher Mensch hatte auf dem Grunde seines Herzens keinen Wunsch?

In den darauffolgenden Jahren, nachdem die Geschichte des Unterirdischen Sees sich herumgesprochen hatte, begann die größte Schatzsuche der Welt.

[…]

Nun könnten wir das Ende der größten Schatzsuche der Welt schreiben, als schließlich niemand mehr in die Stadt kam und diese wieder der seelenlose, düstere Ort wurde, der er seit dem Verschwinden des Wassers geworden war.

Das wäre ein Ende, das verdunstet wie der letzte Rest einer Pfütze im sommerlichen Sonnenschein: als hätte sie nie existiert. Doch das Wasser der Pfütze befindet sich nun überall, es schwebt in der Luft, die wir atmen, ist nie ganz weg. So ist es auch mit der Geschichte über die Unterirdischen Seen: Sie war nie vergessen, die Einwohner flüsterten sie sich heimlich zu oder erzählten sie ihren Kindern zum Einschlafen wie ein Märchen.

Noch immer gibt es jene Menschen, die die Suche nicht aufgegeben haben. Sie sind zumeist Einzelgänger, die die einsamsten und gefährlichsten Orte der Erde durchwandert haben, immer auf der Jagd nach neuen Herausforderungen. Der unterirdische Schatz unvorstellbarer Dimensionen, behütet von der Stadt und geschützt durch Flüche und Geister, kitzelt sie in ihren Abenteurerherzen. Schließlich gibt es jene Erzählungen von Menschen, die den Weg nach unten fanden.

Doch genauso viele gibt es, die danach verschwanden, verschluckt wie von ebenjenem Erdboden, in den sie sich freiwillig begaben. Diejenigen, die an die Oberfläche zurückkehren, können sie nicht mehr nach dem Weg fragen. Niemand bringt etwas aus ihnen heraus. Zerlumpt und zerfetzt sitzen sie eines Tages grinsend und vor sich hinstarrend auf einer Parkbank, sprechen nie mehr ein Wort oder nur noch in Rätseln, manche drücken sich nur in bunten Bildern oder schwer verständlichen Gedichten aus. So erzählt man sich zumindest von diesen Überlebenden; die meisten nämlich haben noch nie einen gesehen, die Stadt kümmert sich schnell um sie, lässt sie verschwinden und keiner weiß, wohin.

[…]


Eine weitere Leseprobe aus meinem Roman „Die Unterirdischen Seen“, den es jetzt als print on demand gibt, z.B. hier:

https://buchshop.bod.de/die-unterirdischen-seen-lenka-kerler-9783769350951

Ich freu mich über Eure Unterstützung! ❤

Herz vs. Verstand

Die Geschichten über das Verschwundene Wasser, die Unterirdischen Seen, ihren Schatz und die Tribunen haben meine Neugier entfacht. Welches Geheimnis ist eine so umfangreiche Manipulation der Bevölkerung wert? Wozu sollte man Menschen vorbeugend in Haft nehmen, wenn sie nicht mit ihrer Entdeckung der Unterirdischen Seen das größte Geheimnis der Welt lüfteten? Wenn sie danach nicht alles infragestellten, nicht an allem rüttelten, was unsere Auffassung von Wirklichkeit ausmacht?

Bisweilen zweifle ich daran, warum ausgerechnet mir diese Rolle zugefallen ist. Warum ausgerechnet ich mich auf den Weg zu den Unterirdischen Seen machen soll. Haben sie keine bessere, spannendere Kandidatin gefunden?

Bin ich nicht eher Antiheldin, die am liebsten zurückgezogen ihre Bücher liest und schreibt, die anonym und unauffällig in einer unbekannten Stadt wohnt, die es nicht drängt, auf der Bühne zu stehen und große Reden zu schwingen?

In mir kämpft gerade Herz gegen Verstand. Letzterer sieht nicht ein, warum wir für Geschichten, die wie Märchen klingen, erfunden, um den Menschen zu unterhalten, unser Leben geben sollten.

Er erinnert mich daran, dass Geschichten oft nur deshalb erzählt werden, um das Unbekannte aus dem Schatten zu zerren, um Schuldenböcke auszuweisen.

Vielleicht ist der Nebel nur der Geist des verschwundenen Wassers, eine seltsam beständige und hartnäckige Form seiner Art, vielleicht ist die Technik, die die Bewohner beherrscht, tatsächlich nur für deren Bequemlichkeit da, vielleicht tun sich diese einfach gegenseitig das Schlimmste an, da braucht es keine höhere Gewalt, wenn man sich über das Wesen des Menschen im Klaren ist.

Mein Kopf rationalisiert jedes Fünkchen Magie auf seine Wahrscheinlichkeit, auf den Verstand, auf Langeweile. Wenn es nach ihm ginge, würde ich der Stadt den Vogel zeigen, auf der Stelle umdrehen und nach Hause fahren.

Mein Herz dagegen steht für Fantasie und Romantik, für Mut und Furchtlosigkeit angesichts großer Abenteuer.

Mein Herz weiß: Etwas aus Angst nicht zu tun, kann niemals der richtige Weg sein. Es braucht Mut, um neue Wege zu betreten, die bisweilen im Dunklen liegen, vor allem am Anfang.

Doch bald wirst du auf eine Lichtung stoßen und wissen: Egal, wie dunkel der Wald ist, es gibt diese hellen Flecken, diese kleinen Paradiese, und dafür lohnt es sich.


Zu Weihnachten ein weiterer Ausschnitt aus Kapitel 5 der „Unterirdischen Seen“, dem Buchprojekt, das ich dieses Jahr nach zehn Jahren endlich „durchgeführt“, es also geschrieben habe. Ein großes Glück. Ich habe mich entschieden, es jetzt im Selbstverlag herauszubringen, denn es bedeutet mir zu viel, als dass ich es in der digitalen Schublade verstauben lasse. Bald könnt ihr es dann überall, wo es Bücher zu kaufen gibt, bestellen 🙂

Frohe, friedliche und besinnliche Weihnachten wünsch ich allen meinen Leser:innen, danke, dass ihr euch immer wieder auf meine Gedankenwelt einlasst. ❤