Das Maß aller Dinge

Ich weiß nicht, wer damit angefangen hat, vielleicht waren es die Tribunen, die der Stadt den Floh ins Ohr setzten.

Doch da ist dieses vermaledeite Wort, an dem sich alle messen und messen lassen, es ist diese „Norm“, an der wir uns festhalten, die so viel kaputt macht, vor allem in uns selbst. Wer oder was ist schon „normal“?

Orientiert sich dieses Maß an den Herrschenden, nach ihnen muss alles ausgerichtet werden, und nur jene sind gut genug, die so aussehen, denken, glauben, lieben, leben wie sie?

Sie sind das Maß aller Dinge, und wer nicht ist wie sie, kann nur besser oder schlechter sein, anders, kaputt und muss repariert werden.

Das Perfide: Wir sollen ja gar nicht alle „gleich“ sein.

Gleichheit, das ist ein Wert, der nie zu erreichen ist, ein Modewort, mit dem sich viel Politik und Geld machen lässt. Schall und Rauch, um die Wahrheit zu verstecken, die da ist: Eine schreckliche Vorstellung für diejenigen, die gut von der Ungleichheit leben. Warum diese ernsthaft bekämpfen? Das ist unmöglich, es folgte der Zusammenbruch, und schlimmer: Wir müssten unsere Macht abgeben und unser Vermögen teilen. Ein Albtraum.

Um diesen zu verhindern, fördern wir jene, die Politik für uns machen, denen eine Umverteilung nicht im Traum einfallen würde, Pöbel bleibt Pöbel, wir brauchen die Massen, sie haben für uns zu arbeiten und sich gegenseitig zu zerfleischen, darum hasst immer die, die noch weniger haben, die zu schwach sind, um sich zu wehren, die eh schon am Boden liegen. Gegen die Kranken, Alten und Kinder gewinnen sogar jene, die selbst ganz unten im Sand der Arena stehen.

An diesen Kämpfen ergötzen wir uns ganz besonders: Mit genug Sicherheitsabstand empören wir uns champagnerschlürfend über jene, die auf die Schwächsten treten, und sind es doch selbst, die sie zusammen in die Arena schickten. Herrlich. Brillant.

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Wieder mal ein kleiner Ausschnitt aus meinem Buchprojekt, über den ich bei meiner derzeitigen Überarbeitungsrunde (gefühlt 10 aus 100) gestolpert bin und der mir grad so gut gefallen hat, dass ich ihn teilen will 🙂

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Avatar von Unbekannt

lenkasause

Die Worte flossen aus meinen Fingern, ich verstehe sie erst jetzt...

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