Was, wenn die Stille so groß ist und jedes Wort zu viel? Oder besser: zu wenig, zu ungenügend, warum den Frieden mit Buchstaben stören, die ja doch nur meine Unbeholfenheit ausdrücken?
Gerade will ich nichts sagen, nichts schreiben, lausche einfach nur der Stille und hülle mich ein, so warm war mir in ihrer Gegenwart noch nie.
Freilich, die Geschichten klopfen an, wollen hinaus, hämmern bisweilen von innen an meinen Hinterkopf. Jaja, ruf ich ihnen zu, geduldet euch, bald seid ihr dran, aber sucht euch wen anders, wenn es euch pressiert, mir nämlich gerade nicht.
Diese Ruhe ist die Ausnahme, war sie bis vor kurzem noch, denn eigentlich weiß ich, mir bleibt nicht viel Zeit. Doch ist es nicht das wahrlich Erstrebenswerte, das Nichts auszuhalten? Sich dem großen schwarzen Etwas in mir zu stellen und sich an dessen Abgrund sogar wohlzufühlen?
Das, was ich schreiben soll, werde ich schon noch schreiben, weiß ich.
Warum also mehr wollen, wenn ich mich so im Frieden fühle wie nie zuvor?
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Zur Zeit fällt es mir schwer zu schreiben, aber das wird schon wieder. Lieber lese ich grad, und zwar „… mit zerissenem Schlaf im Gesicht“ von Normen Gangnus. Ein Buch, das mir den Glauben an die deutsche Gegenwartsliteratur wiedergibt. Unfassbar poetisch geschrieben, kanns nur jedem empfehlen.
Guten Rutsch wünsch ich Euch und einen guten Start ins neue Jahr! ✨

