Ein Gedankenexperiment:
Was wäre, wenn weniger auf die Unterschiede zwischen uns Menschen geachtet würde und mehr auf unsere Gemeinsamkeiten?
Wenn nicht mehr die Hautfarbe, das Geschlecht, die Religion von Bedeutung wäre, sondern „nur“ unser Menschsein?
Warum ständig dieses Auf-, Ein-, Unterteilen, dieses Werten ganzer Gruppen von Menschen, denen wir dadurch ihre Individualität absprechen?
Jeder Mensch kann Täter* sein, egal, was zwischen seinen Beinen ist, woher er kommt oder welcher Religion er sich zugehörig fühlt. Nichts entschuldigt die Verletzung von Menschenrechten. Anders ausgedrückt: Die eigene Diskriminierung in diesem Raum entschuldigt nicht die Diskriminierung anderer im Raum nebenan.
Statt abzuwiegen, wer mehr Rechte hat als die anderen, wer mehr diskriminiert wird als andere, statt eine Opferkonkurrenz zu fördern und Gesellschaften noch weiter zu spalten — wie wäre es damit, den Fokus darauf zu richten, was uns allen gemein ist?
Das da ist: die Liebe, die Angst, alle Empfindungen dazwischen, die Freude und das Leid.
[geschrieben am 2.2.22 in Halle/Saale]
* Ursprünglich hab ich geschrieben: A****loch. Statt diesem Wort verwende ich lieber „Depp“, a la „Deppen gibt’s überall“. Der Ausdruck scheint mir aber manchmal zu schwach zu sein.
Das Experiment klingt so wahnsinnig, ja naiv einfach durchführbar, aber ich habe das Gefühl, dass uns Menschen trotzdem kaum etwas schwerer fällt. Ich habe den Text schon einmal veröffentlicht, aber gerade scheint ein guter Moment, es noch einmal zu tun.
Das Verbindende betonen, dieser Gedanke gefällt mir.
Wahnsinnig wäre es, das Experiment nicht zu versuchen.
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Wir alle sind gleichzeitig unteilbare Individuen wie auch essentiell gleich. Genau diese beiden sich selbst nicht im Wege stehenden Erkenntnisse unserer Wesensart gehören je nach Lebenssituation mal mehr mal weniger im Sinne von Wohlwollen ausbalanciert
lieben Gruß
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