Gemeinsam

Ein Gedankenexperiment:

Was wäre, wenn weniger auf die Unterschiede zwischen uns Menschen geachtet würde und mehr auf unsere Gemeinsamkeiten?

Wenn nicht mehr die Hautfarbe, das Geschlecht, die Religion von Bedeutung wäre, sondern „nur“ unser Menschsein?

Warum ständig dieses Auf-, Ein-, Unterteilen, dieses Werten ganzer Gruppen von Menschen, denen wir dadurch ihre Individualität absprechen?

Jeder Mensch kann Täter* sein, egal, was zwischen seinen Beinen ist, woher er kommt oder welcher Religion er sich zugehörig fühlt. Nichts entschuldigt die Verletzung von Menschenrechten. Anders ausgedrückt: Die eigene Diskriminierung in diesem Raum entschuldigt nicht die Diskriminierung anderer im Raum nebenan.

Statt abzuwiegen, wer mehr Rechte hat als die anderen, wer mehr diskriminiert wird als andere, statt eine Opferkonkurrenz zu fördern und Gesellschaften noch weiter zu spalten — wie wäre es damit, den Fokus darauf zu richten, was uns allen gemein ist?

Das da ist: die Liebe, die Angst, alle Empfindungen dazwischen, die Freude und das Leid.


[geschrieben am 2.2.22 in Halle/Saale]

* Ursprünglich hab ich geschrieben: A****loch. Statt diesem Wort verwende ich lieber „Depp“, a la „Deppen gibt’s überall“. Der Ausdruck scheint mir aber manchmal zu schwach zu sein.

Das Experiment klingt so wahnsinnig, ja naiv einfach durchführbar, aber ich habe das Gefühl, dass uns Menschen trotzdem kaum etwas schwerer fällt. Ich habe den Text schon einmal veröffentlicht, aber gerade scheint ein guter Moment, es noch einmal zu tun.

Oma ohne Augen – eine Gruselgeschichte

Heute morgen schlief ich noch einmal ein und mir träumte etwas wahrlich Gruseliges.

Der Traum spielte in Regensburg, in dem Reihenhaus, in dem meine Großeltern bis vor einem Jahr noch gewohnt haben, wo meine Mama aufgewachsen ist und ich irgendwie auch, dort, wo sie für immer wohnen und ich sie immer besuchen werde.

Statt vorne an der Haustür zu klingeln, ging ich hintenrum, über den Garten, das war schon immer der schönere Weg und hinten war auch meistens die Tür offen. Ich kam, um meine Oma zu besuchen, oder auf sie aufzupassen, oder beides, mittlerweile ist das fast dasselbe. Die Gärten sahen anders aus, weniger gepflegt, aber auch kein Wunder, die Natur erobert sich Erinnerungen zurück wie die Orte, an denen sie leben.

Ich öffnete das quietschende Gartentor und verschloss es hinter mir mit dem Riegel. Ich ging vorbei an den Gemüsebeeten, den Tomaten, dem schönen, perfekt gewachsenen Apfelbaum in der Mitte. So viele bunte Blumen.

„Griasde, Oma!“, rief ich vorsichtshalber, um sie nicht zu erschrecken, wenn ich jetzt zur Tür hereinspazierte.

„Lena, schnell, komm her!“, hörte ich meine Oma panisch aus der Küche rufen, und beeilte mich jetzt.

Als ich ins Esszimmer trete, sitzt da meine Oma auf der Eckbank und glotzt mich aus leeren, schwarzen Augenhöhlen an. Ein Anblick, den ich nie vergessen werde. Das rechte Auge liegt vor ihr auf dem Tisch, das linke hängt noch an einem Strang aus dessen Höhle heraus.

„Lena, bitte, du musst mir meine Augen wieder einsetzen, sie san mir rausgfallen, wie ich meine Brille richten wollt“, krächzt sie schwer verständlich, noch schwerer als sonst, seit sie wegen Parkinson so Schwierigkeiten damit hat.

Ich sehe leere Pringles—Chipsdosen vor ihr stehen und in einer Art Rückblende (Träume sind eben wie Filme) meine Oma mit den Chipsdosen auf ihr Gesicht schlagen, die Ränder der Öffnungen in Richtung ihrer Augen. Hä? Was wollte sie denn damit erreichen?

Das Ergebnis ihres Experiments liegt nun vor mir, und verzweifelt weine ich, sie müsse in so einem Fall doch den Krankenwagen rufen und nicht mich. Was sollte ich mit Augäpfeln tun, barg ich sie wie abgeschnittene Finger in Eiswürfeln? Konnte ich sie einfach einsetzen und dann funktionierten sie wieder? Immerhin war das doch ein Traum, oder?

Ich weiß nicht, wie es ausgegangen ist, ich bin zum Glück aufgewacht. Als ich hinunter zum Frühstück gehe, sitzt meine Oma zeitunglesend und espressotrinkend am Esstisch, mit beiden gesunden Augen blickt sie mich munter an. Welchem Geist bist du denn begegnet? Wundert sie sich und beisst in einen Butterkeks.

[E., 17.10.23]

Derzeitige Tischdekoration in der „Mischbattrie“ in Halle/Saale

Cmentarz żydowski, Łódź, Oktober 2013


Dieses Bild entstand vor zehn Jahren auf dem jüdischen Friedhof (cmentarz żydowski) in Łódź. Habe es von Facebook (die damals wichtigste Plattform, auf der ich sehr viel von meinem Auslandsjahr geteilt habe, auch um meinen Leuten „daheim“ einen Einblick in meine Erlebnisse und Begegnungen zu geben und ihnen Polen ein wenig näher zu bringen) als Erinnerung vorgeschlagen bekommen und finde es einfach immer noch sehr teilenswert. Wäre es nicht von so schlechter Qualität, würde ich es am liebsten ausdrucken und an die Wand hängen.

Was macht einen Text lesenswert?

Er überrascht. Er berührt, bewegt.

Er zeigt mir vermeintlich Altbekanntes aus einem anderen Blickwinkel.

Er lässt mich das, was ich aus Gewohnheit nicht mehr sehe, erkennen.

Er wirft sein Licht in die dunklen, verstaubten, natürlich vergessenen und absichtlich übersehenen Ecken.

Er verbindet zuvor Unverbundenes, unvereinbar Gedachtes.

Er kommt von Herzen. Er bedenkt das größere Ganze.

Er schwafelt nicht.

Er hat keine Agenda.

Er überschreitet die Grenzen des Möglichen.

Er stellt Gewissheiten in Frage.

Er predigt nicht, hat keinen moralischen Zeigefinger.

Leichtigkeit und Tiefe gehen in ihm Hand in Hand.


Was macht einen Text für Euch lesenswert? Was würdet Ihr hier ergänzen?

Satte Menschen

Heute machte ich mir Gedanken über den nächsten „Brief aus der Zukunft“ zum Thema „Brot und Spiele“. Dann bin ich abgeschweift.

Viele, (noch) die meisten in diesem Land, sind wohlstandsgesättigt. Die Menschen sind „satt“, was geht sie die Politik an? Satte Menschen gehen nicht auf die Straße. Alles soll so bleiben, wie es ist, weil so geht es uns doch gut. Veränderungen wegen drängender globaler Probleme? Mühsam, bedrohlich, existenzgefährdend. Und vor allem: Wenn es nicht so bleiben kann, wie es ist, kann es ja nur schlechter werden, und wer will das schon. Im Moment ist doch alles gut, so wie es ist. Ja, vielleicht nicht für alle Menschen auf der Welt, aber das war es noch nie, und man kann sich auch nicht um jeden kümmern. Wenigstens geht es uns selbst gerade gut, das war lange nicht so. Nach uns die Sintflut. Können eigentlich nur Menschen ohne Kinder sagen, oder deren Kinder schon auf trockenen Ufern wandeln.

Die andere Seite: Wenn es den Menschen nicht gut geht, sie nicht „satt“ sind, dann gehen sie auf die Straße oder setzen sich an den PC und finden dort Gleichgesinnte. Wenn sie nämlich sehen – oder zumindest das Gefühl haben (Angst liegt diesem zugrunde, und diese wird zum großen Teil über die Medien transportiert und gesteigert), „die da oben“, diese Elite auf blauen Stühlen, kümmern sich nicht genug um jene, die wenig bis nichts haben, ja, sie verabscheuen sie gar, dann wählen sie diejenigen, die ihre Ängste bedienen und ihnen, beruhigend auf den Rücken klopfend, versprechen: Das wird schon wieder, so wie „früher“ oder besser, wir kümmern uns darum, keine Sorge, wir allein wissen ja, was zu tun ist. Wir gut, die schlecht.

Und sobald die so dringend benötigten Grenzen abgesteckt sind, kehrt keine Ruhe ein, nein, denn diese Parteien ernähren sich von deren Gegenteil. Sie produzieren Angst, sie ernähren sich davon, während echte Lösungen und sozialer Frieden ihren Tod bedeuteten. Sie brauchen diese hungernden Menschen, die sich bitte niemals satt essen dürfen, sowohl für ihre eigene Macht also auch für ihren Reichtum. Wer, wenn nicht sie, erledigte sonst die Drecksarbeit? Wer ließe sich sonst ausbeuten?

Das führt mich zu der Frage, ob rundum satte Menschen überhaupt gewollt sind. Ein Teil, nämlich der, der Macht hätte, Dinge zu verändern, soll satt und zufrieden auf dem Sofa sitzen bleiben. Der andere soll hungrig bleiben, hungrig nach mehr, oder zumindest nach dem Zustand dieses anderen, satten Teils der Bevölkerung. Nach Statussymbolen, deren letzterer oft schon überdrüssig geworden ist. Minimalismus muss man sich leisten können. Dann werden sie alles dafür tun, und genau dort wollen sie sie haben.

Schwieriger Balanceakt.

Brief aus der Zukunft (V)

Meine liebe Leni,

einen wunderschönen Gruß aus der frohen Zukunft!

Ich habe vor kurzem einen deiner Aufsätze gelesen – ja, wir lesen Bücher aus eurer Zeit! Es ist sehr spannend, anhand von Texten zu erforschen, wie die Menschen im Laufe der Zeit dachten, wie sich ihr Blick auf die Zukunft verändert hat und welche Rolle dabei optimistische und pessimistische Erzählungen spielen – du weißt ja, ich bin Wissenschaftlerin.

Du schreibst darin von der Schwierigkeit, dir einen Planeten Erde vorzustellen, dessen Bewohner:innen nett zu sich und ihrer Umwelt sind und die nicht die Gier nach mehr Geld und Macht, sondern Mitgefühl, Nächstenliebe und Solidarität walten lassen. Du schreibst, wie sehr euch eine positive Zukunftsvorstellung fehlt, weil euch der Glaube an das Gute im Menschen verloren gegangen ist und Gemeinschaften sich eher durch Hass und Ausgrenzung bilden als durch die Besinnung auf Gemeinsamkeiten. Verzeih, wenn ich heute mal nicht korrekt zitiere.

Mir hingegen fällt es manchmal schwer, dir mein Jetzt zu beschreiben, weil es sich so selbstverständlich anfühlt. Ich sage mal so: Die Menschen brauchen Regeln, sie gewöhnen sich an alles. Und es geht alles, wenn wir nur wollen. Eine große Floskel, aber sie ist so wahr. Wir mussten wollen, dass es allen Menschen auf der Erde gut geht, sie zu essen haben, nicht in ständigem Krieg leben, sie nicht an in anderen Ländern ausgerotteten Krankheiten sterben, die Ungleichheit nicht immer größer wird und so fort. Wir mussten ein besseres Leben für alle wollen.

Es war ein Kampf, das ist auch wahr. Viele Menschen gaben den Widerstand erst spät auf, weil sie lange meinten, wir wollten ihnen „alles“ wegnehmen. Das wollten wir nicht. Aber wir mussten ihnen auch klarmachen, dass eine gerechte Welt nicht beinhaltet, sich alles jederzeit und an jedem Ort verfügbar, sich alle Lebewesen der Erde untertan zu machen, ohne Maß und nur weil man es kann.

Das ist auch das Stichwort und Motto unserer Zeit: Maß. Wir können nicht mehr zu jeder Zeit alles konsumieren, nach dem uns gerade gelüstet. Diese Gelüste, diese Begierden haben uns damals fast in den Ruin getrieben, an besagten „Abgrund“, von dem ich dir einst erzählte. Ich muss es so sagen, aber der Konsum damals grenzte an Perversion. Jetzt gibt es weniger von allem, aber dafür genug für alle, besser verteilt.

Ich weiß, in eurer Zeit denken viele noch: Aber das werden sich viele niemals gefallen lassen, viele machen da eh nicht mit, dieses Modell kann gar nicht funktionieren, ideelles Gelaber. Du siehst es nicht, aber wenn ich manche Artikel und Bücher aus eurer Zeit lese, muss ich lächeln. Wenn ihr wüsstet, wie einfach es sein und wie gut man sich fühlen kann.

Du schreibst von dem Schmerz, den eine immer stärker leidende Welt in jedem von euch auslöst, an dem immer mehr Menschen erkranken. Ich sage dir: Es wird alles wieder gut, ihr werdet wieder gesunden. Vielleicht nicht sofort, vielleicht nicht morgen, und es wird euch sehr viel Kraft kosten. Vielleicht auch nicht du selbst, vielleicht deine Kinder, oder die Kinder deiner Kinder. Aber ist das nicht Lohn genug? Zu wissen, dass diese es mal besser haben werden?

Das Problem ist, einer muss anfangen. Ein farbenfrohes Bild in der Ferne aufzumalen und in dessen Richtung zu gehen. Und weil ich von der Hoffnungslosigkeit in deiner Zeit gelesen habe, wage ich es immer wieder, dir zu schreiben. Wenn ihr nicht für uns loszieht, wird es mein Jetzt nicht mehr geben.

Liebste, Hoffnung bringende Grüße aus der Zukunft
Deine Lenka Lewka

Brief aus der Zukunft (IV)

Liebe Lenka,

verzeih, dass ich mich so lange nicht meldete. Manchmal muss ich Abstand zur Vergangenheit nehmen, im Hier und Jetzt leben und für die Menschen meiner Gemeinschaft da sein.

Der Grund, warum ich dir heute schreibe: Mir fiel ein, ich habe dir noch nicht von etwas sehr Wichtigem erzählt. Na gut, ich habe dir vieles noch nicht erzählt, weil es noch unpassend ist oder ich die richtigen Worte nicht finde.

Das Thema des heutigen Briefes ist: Für die Zeit, in der du lebst, ist es wichtig, ein Ziel zu kennen und in dessen Richtung mutig vorwärtszuschreiten. Einige Dinge werdet ihr hinter euch lassen müssen, aber das ist nicht schlimm, je weniger Gepäck, desto besser. Vieles in eurer Zeit ist sowieso veraltet und erschwert eure Reise. Manche werden aufgeben, es werden sich verschiedene Gruppen bilden aufgrund von Uneinigkeiten über den „richtigen“ Weg.

Viele sind erschöpft, weil das Gepäck schwer ist, die Vielzahl der Wege zum Ziel unübersichtlich und letzteres oft nicht mehr sichtbar oder sogar ganz vergessen. Sie können nicht mehr, bleiben lieber stehen, machen es sich an Ort und Stelle bequem, dort ist es ja gerade ganz gut auszuhalten, so schlecht geht es niemandem. Aber hinter euch droht Feuer und Wasser abwechselnd mit eurem Untergang, alte Gespenster tauchen auf, flüstern euch schaurige Geschichten ins Ohr, sie kennen eure Urängste genau, denn davon ernähren sie sich.

Die Menschen werden beginnen, hohe Mauern um sich herum zu bauen, die ihnen das Gefühl von Sicherheit geben, doch jede Mauer ist überwindbar. Und während sie die Bedrohung vermeintlich draußen hält, ist diese schon längst in die Menschen gekrochen, denn in Wahrheit kommt sie von drinnen. Sie wird sie von innen heraus auffressen, und eingemauert durch Wände an Toten werden sie von der nächsten Flut überrollt, unfähig, auszubrechen und zu fliehen. Wer um sich herum Mauern baut, wird selbst zum Gefangenen. Gruselig, oder?

Es ist auch eine sehr beängstigende Zeit, in der das Gegenteil von Mauern und Angst wichtig ist: Das, was deine Zeit so dringend benötigt, ist Mut und vor allem Hoffnung. Euch fehlt noch die entscheidende, alle vereinende Erzählung, das Ziel, in dessen Richtung ihr laufen könnt.

Was gerade mit euch passiert: Ihr werdet von der Angst in tausend verschiedene Richtungen zersplittert, blind getrieben in Richtung Abgrund. Ich kann dir sagen, es gibt da tatsächlich einen, ich verrate nicht, wo, aber ich weiß, dass er da ist. Lasst euch nicht von den alten Geistern jagen, und wenn, dann nur zu mir, in Richtung Hoffnung.

Voll Verzweiflung fragst du, wie eine solche Erzählung aussehen kann? Seid optimistisch. Stellt euch eine Welt vor, wie sie euch gefällt. Geht davon aus, dass Menschen gut sind, dass sie rücksichtsvoll im Hinblick auf die gesamte Menschheit handeln. Nehmt all eure Intelligenz zusammen, mit der ihr so viel Unheil anrichtet, immer nur mit dem Gedanken an mehrmehrmehr, und entwickelt Technologien, die euch helfen, nicht zerstören. Oder zerstört die Technologien, die euch kaputt machen, das geht auch (meistens entstehen diese ja in guter Intention). Besinnt euch eurer Verbindung mit Allem, eures Einsseins, denn die Getrenntheit eurer Zeit hat euch krank gemacht. Nutzt die Kraft, mit der ihr zerstört, zum Wiederaufbau, zum Erhalt, zur Gesundung.

Mehr kann ich heute nicht schreiben, der Brief ist schon zu lang. Besser gesagt, ich darf nicht, ich habe schon genug Ärger mit den Behörden. Du musst wissen, es gibt da eine Behörde in meiner Zeit, die ist nur dafür zuständig, dass Zeitreisende weder die Vergangenheit noch die Zukunft ändern. Das ist auch gefährlich, ich habe das schon selbst erlebt. Aber ein bisschen Hilfe kann nicht schaden, was meinst du? Ich hoffe, du empfängst diesen Brief wohlbehalten und ziehst ein wenig Hoffnung daraus.

In Liebe,

Deine Lenka Lewka

[Halle, 17.9.2023]

Lenas Leitlinien – Teil 2

Teile, was du hast, denn je größer der Besitz, desto mehr kannst du verlieren, desto unbeweglicher (du sitzt auf einem großen Haufen Geld und Zeug, je größer dieser ist, desto weiter entfernst du dich vom Boden), ängstlicher, gieriger und einsamer wirst du.

Vertraue: deinem Herzen und also den Menschen, die es in sich aufgenommen hat. Vertraue nicht: deinen alten Erfahrungen, die dir Schmerzen bereitet haben, aber aus denen du auch stärker hervorgegangen bist und durch die du jetzt da bist, wo du bist.

Vergiss aber trotz all der Liebe nicht: dich. Du darfst Bedürfnisse haben, du darfst erwarten. Vergiss deine eigenen Grenzen nicht. Auch dein Akku ist irgendwann leer. Die güldene Mitte muss gewahrt werden: Auch wenn das Boot mal auf die eine, mal auf die andere Seite schwankt, muss es immer wieder zurück zur Mitte finden, wenn es nicht untergehen will.

Vertraue dem Weg, wo alles so kommt, wie es sein soll. Was bleiben soll, bleibt, was gehen soll, geht.

Bekommst du Bilder oder Ideen geschenkt, gebäre sie. Sie sind wie du Teil eines größeren Ganzen und du bist auserwählt, sie zur Welt zu bringen.

Glaube an dich und sperre alle Zweifel aus. Das, was dein Herz dir sagt, ist immer richtiger als alle Zweifel deines Kopfes, die Stimmen aus der Vergangenheit und der Gesellschaft entspringen (die aber keine Ahnung von dir haben und hatten). Misstrauen gegen dein Herz entstammt deinen Erfahrungen, die aber nicht für diesen Moment gelten müssen. Bleibe offen.

Setze das, was du siehst, um, egal, was andere sagen, und staune. Liebe dich für deinen Mut und deine Kreativität!

Was ist Kunst anderes als Ausdruck deines Innersten! Und das Innerste ist das, was dem Kopf am meisten verhasst ist, genauso wie diesem System, weil es von ihm und dem Ich wegführt hin zu einem Wir.

Den ersten Teil findet ihr hier: Lenas Leitlinien – Teil 1 (mit Einführung)